Eschollbrücker Kerb 2018

Im zweiten Jahr nach 2017 fand auch dieses Jahr 2018, die Eschollbrücker Kerb, wieder unter aktiver Beteiligung unserer Kirchengemeinde statt. Denn schließlich wird die Kirchweihe gefeiert und unabhängig von Religion und Konfession prägt doch das Kirchgebäude das Ortsbild und die Kirchengemeinde ist für viele auch Zentrum und Ansprechpartner in den Wechselfällen des Lebens.

Die Kerb begann am Freitagabend mit dem Kerbgebabbel in de Kersch; maßgeblich gestaltet von Pfr. i.R. Walter Ullrich. Der nicht nur in sympathischer Mundart für den heimatlichen Dialekt warb, sondern auch für das Heimat- und Geborgenheitsgefühl, das durch den bewussten achtsamen Aufenthalt in einem Kirchengebäude mit all seiner Tradition und Geschichte, seinem „Geschmack und Gefühl“ entstehen kann. Die Kirche war randvoll mit interessierten Besucher/innen, welche die Verleihung der Würde des Eschollbrücker Kerbpfarrers mit Schärpe an Pfr. Ullrich erlebten; die mitsangen und mitfeierten. Pfr. Simon Wiegand moderierte als für ihn erste Runde die Veranstaltung gewohnt souverän. Anschließend zogen wir alle unter Begleitung der Blasmusik und der (inoffiziellen) Kerbburschen mit der Kerbkrone zum Lamm, die Kerb auszugraben und köstliche Gulaschsuppe zu genießen, welche wieder von den Dummbabblern gespendet worden war. Es wurde ein geselliger Abend / Nacht mit viel Musik und Spaß in unserem Eschollbrücker Traditionsgasthaus, dem “Lamm“.

Wir danken ganz herzlich für die Spenden des Kerbgebabbels für den Hospizverein am Elisabethenstift, ein Herzensanliegen von Pfr.i.R. Ullrich, aber auch von uns, die wir Fördermitglied im Verein sind. Und wir danken von Herzen für die weiteren Spenden für die Gulaschsuppe, die für die Finanzierung des barrierefreien Aufgangs zu unserer Kirche verwendet werden.

                                                                                                                                  

 

Am Kerbsamstagabend ging die Post ab…. Das große Kerbvorbereitungsteam unter Beteiligung vieler unserer Vereine (ganz besonderer Dank an unseren Ortsvorsteher Udo Stoye für Organisation und Motivation!) hatte ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. Und unsere Gemeinde war voll dabei. Nicht nur, dass unser Pfarrer schon in zwei Episoden der Kerberedd` wohlwollend erwähnt wurde; er machte auch beim gemeinsamen Singen (Idee und Moderation Udo Stoye) in einem ganz besonderen Duett mit unserer Ehrenkerwe-Mutter Tine Sehnert mit und gewann schließlich auch noch den Hauptpreis bei der dieses Jahr erstmals veranstalteten sehr humorvollen Eschollbrücker Tombola (Ideen überwiegend von Marion Roth, Danke!). Außerdem wurden aus unserer Gemeinde Plätze in der ersten Reihe beim Weihnachtsgottesdienst und eine Besichtigung des Kirchturmes verlost, neben 19 weiteren wirklich originellen Ur-Eschollbrücker und -Eicher Preisen nebst einem Gastbeitrag aus Hahn….. wer den Abend nicht erlebt hat, der hat was verpasst.

Wir danken auch sehr für den Erlös aus dem Verkauf der Lose, die unserem barrierefreien Aufgang zur Kirche zugute kommt.

 

 

                                                                                                                                                                                                          

 

Am Sonntag um 10.00 Uhr war es dann soweit und das Zelt im Lamm wieder voll besetzt. Der ökumenische Gottesdienst zur Kerb, dieses Jahr gestaltet von Pfr. Christoph Nowak von St. Antonius und Pfr. Simon Wiegand. Dieser wies darauf hin, dass „Kirche“ sehr gut ins Zelt passt, denn auch Jahwe wurde zunächst nicht in einem Tempelgebäude, sondern in einem Zelt angebetet. Pfr. Wiegand wies darauf hin, dass Kirche überall dort stattfindet, wo Glaubende zusammenkommen.

Der Gottesdienst wurde musikalisch begleitet vom Blasorchester unter Leitung unseres neuen Kerbvaters Kai Dickler und von unserem Gospelchor „Feel the Spirit“ mit den beiden Liedern „you are holy“ und „oh happy day“. Nach einem Gebet im Wechsel aus Psalm 84, 2-13 (originell unterteilt zwischen Ur-Eschollbrückern und Zugezogenen) und der Lesung aus Markus 12, 28-34 sangen die Gemeinde und der Chor und Pfr. Nowak hielt eine eindrückliche Predigt über das Glaubensbekenntnis Israels, denn Jesus war bekanntlich kein Christ, sondern gläubiger Jude. Über das Hörenkönnen geht es im Sch ´ma Israel und über die Liebe zu Gott, zum Nächsten und zu sich selbst. Und durchaus augenzwinkernd wies Pfr. Nowak darauf hin, dass man für manches Geschwätz im Dorf und in der großen Politik die Ohren auch mal auf Durchzug stellen könne und müsse. Denn eine Nachricht, die nicht den Test des Durchlaufs durch die drei Siebe der Wahrheit, der Güte und der Notwendigkeit bestehe, sei besser nicht zu verbreiten. Wer dagegen nicht hören kann (wegen Taubheit z.B.), fühlt sich schnell isoliert und es wird deutlich, wie lebenswichtig es ist, verstanden und gehört zu werden. Im Paulusbrief ist zu lesen, dass der Glauben durchs Hören kommt. Und auch in allen zwischenmenschlichen Beziehungen kann ohne Zuhören und Verstehen die Liebe nicht dauerhaft bestehen. Wissendes Kopfnicken der anwesenden Paare.

Gott hat uns was Wesentliches zu sagen! Ob wir doch mal wieder einen Gottesdienst besuchen sollten ….. oder zusammen die „Bibel teilen“ wie dies gerade mittwochs in St. Antonius bis Weihnachten möglich ist oder einfach in der Bibel lesen oder eben zusammen ins Gespräch kommen über das, was Gott uns zu sagen hat: probieren Sie es einfach mal wieder aus. Das war die Kernbotschaft dieses Sonntags.

Die Kollekte wurde zu Gunsten der Arbeit der Diakonie gesammelt: herzlichen Dank für alle guten Gaben!