Mitarbeitendenausflug 2018

Mitarbeitendenfahrt 2018

Am Sonntag, den 15. September 2018 war es bei strahlendem Sonnenschein endlich soweit: der Mitarbeitendenausflug zusammen mit Pfr. Simon Wiegand ging diesmal nach Lorsch: in eine schöne Altstadt, zu den archäologischen Funden des seit karolingischen Zeiten bestehenden Klosters Lorsch, seit 1991 Weltkulturerbe der UNESCO und nach Lauresham, einer ganz beeindruckend gestalteten Nachbildung eines Hofes aus dieser Zeit.

Am Vormittag begannen wir mit einem geführten Rundgang durch eine „versunkene Welt“. In dem experimentalarchäologischen Freilichtlabor eines Herrenhofes der Karolingerzeit namens „Lauresham“ waren wir fasziniert von den aufwendig nachgestellten Häusern einfacher unfreier Menschen und der „Herren“ des Hofes, der Kapelle mit dem Pergamentfenster, der „Schreibstube“ und den Wohnräumen, dem mittelalterlichen Spielzeug für die Kinder, von den Arbeitsmaterialien zum Schmieden und zum Holzbau, dem Kornanbau und der Tierhaltung. Erstaunt waren wir auch, welche komplexe Kenntnisse und Fingerfertigkeiten es erforderte, die verschiedenen Webstühle zu bedienen, um einfach nur Tuch aus Leinen oder Schafwolle herzustellen für Gewänder oder andere Tuchwaren.

Nach so vielen interessanten und spannenden Informationen ging es zur Stärkung ins Back- und Brauhaus Drayß, wo wir unter großem Hallo die katholischen Brüder und Schwestern aus St. Antonius begrüßten, die ebenfalls ihren Ausflug an diesem Tage machten und auf dem weiteren Weg nach Worms waren. Nach leckerem Essen und Trinken im schattigen Garten ging es wieder zurück ins Mittelalter.

Kloster Lorsch war zunächst eine Benediktinerabtei, als Eigenkloster im Jahre 764 gegründet und über viele Jahrhunderte ein Zentrum der Bildung und der Macht. Unter dem Schutz Karls des Großen stehend, erwarb das Kloster sich Ländereien überwiegend in der Rheinebene von der Nordsee bis zur Schweiz. Im Jahr 1461 wurde das Kloster dann an die Kurpfalz verpfändet, die das Kloster nach der Reformation 1564 aufgehoben hat. Bei zwei sehr interessanten und gut gemachten Führungen erfuhren wir als gut gelaunte Gruppe eine Menge historische Details über den Lorscher Codex, ein umfassendes Güterverzeichnis, das im späten 12. Jahrhundert als Verzeichnis der seit der Klostergründung erworbenen Besitztümer angelegt worden ist. Und über das Lorscher Evangeliar, das sich heute leider nicht mehr in Lorsch befindet. Dasselbe Schicksal erlitten die rund 500 Bücher der Klosterbibliothek, einer der größten Bibliotheken des Mittelalters, die später nach Heidelberg zur Bibliotheka Palatina kamen. Wir besichtigten die karolingische Torhalle des Klosters,  vor allem die restlichen erhaltenen Malereien im Obergeschoss mit einer Darstellung Christi und Gottes und hörten von den vielfältigen Spekulationen über die Nutzung dieses Bauwerks. Erstaunt waren wir über die große nach diesem regenarmen Sommer trotzdem wunderschön grüne Rasenfläche, eine Wohltat für die Augen. In dem Schaudepot Zehntscheune besichtigten wir unter fachkundiger und kurzweiliger Führung die erhaltenen Funde, vor allem die Kapitelle und lernten über der Herkunft und Besonderheiten. Wer mochte, konnte dann noch einen Blick auf den nach dem Lorscher Arzneibuch angelegten Kräutergarten werfen —- oder aber den bei jedem Ausflug unentbehrlichen Bedarf an Eisgenuß decken.

Alles in allem ein wunderschöner Urlaubstag, bei vielen guten Gesprächen, besserem Kennenlernen unter Menschen, die durch gemeinsames haupt- und ehrenamtliches Engagement für unsere evangelische Kirchengemeinde vereint sind und nahezu vollständig teilnehmen konnten. Wir danken Gott für diesen Tag und freuen uns schon auf den nächsten Ausflug unserer Mitarbeitenden.