Sternstunde

 

Die Sternstunden-GoDi pausieren derzeit – Impressionen von den letzten beiden Sternstunden in Eschollbrücken hier:

 

Das war er also, am  Sonntag, 03. September 2017,der vorerst letzter Sternstundengottesdienst in unserer Gemeinde:  „Wer schreibt, der bleibt“

Am 03. September 2017 fand in unserer Kirche der vorerst letzte Sternstundengottesdienst statt, bevor das ökumenische Team der Sternstunde sich in eine kreative Pause zurückzieht.

12 Jahre erfolgreiche kreative Teamarbeit, auf die das Team zurückblicken kann, von den Anfängen mit den Wellnesswochen in unserem Eschollbrücken, dem Fernsehgottesdienst und einer Vielzahl von ganz besonderen Gottesdiensten mit viel Musik, viel Gemeinschaft und treuem Publikum. Motor und inspirierender Ideengeber des SternstundenGoDi, der in Griesheim (St. Stefan), Pfungstadt (St. Antonius) und Eschollbrücken bei uns stattgefunden hat, war stets Pfarrer Clemens Bittlinger. Der, so Pfarrer Hauch in seiner Danksagung, beste christliche Liedermacher, Sänger, Moderator… und so vieles mehr. Sowohl Pfarrer Clemens Bittlinger als auch ein Jeder / eine Jede aus dem Sternstundenteam haben uns allen gezeigt, was Begeisterung, Authentizität, Motivation, die frohe Botschaft von Gottes Liebe zu verbreiten, bedeutet. Was für eine fröhliche beschwingte Feier ein Gottesdienst sein kann, eigentlich sein sollte.

   

Nach der Eingangsaktion mit Beate Jahn und dem Eingangslied von C.B., „Komm herein, komm herein…“ begrüßte Susanne Klingelhöfer gewohnt souverän die vielen Gäste in der voll besetzten Kirche. Darunter auch José Rodriguez, der diesmal als Gast dabei war, und dessen Beliebtheit hier in der Gemeinde von Susanne ausdrücklich hervorgehoben wurde. Dann sangen wir das Lied „Öffnet den Kreis“, eines von vielen Liedern aus der Feder von C.B.; der diesmal die Lieder sang, die das Sternstundenteam sich hatte aussuchen dürfen. Bei dem folgenden Lied „Sanna“ half José mit, einen zweistimmigen Chor aus dem Publikum zu formen.

Nach einem Gebetstext von Pfr. Hauch las Claudia Friedenstab einen Text von Christina Brudereck über den Wort-Schatz. Es ging um die Weisheit, Worte z.B. aus der Bibel mit dem Herzen, also auswendig zu lernen, dass man sie wie einen Vorrat in dunklen Zeiten hat. Die Wieder-Holung des Auswendig-Lernens führt dazu, dass man den Vorrat an kraftvollen Wort dann in vielleicht sprachlosen Zeiten auch wieder-holen kann. Ja-Worte für Zeiten, in denen Worte fehlen.

Dann stellte C.B. ein neues Lied vor, das er für die Einweihung der Ernsthofener Kirche geschrieben hat zum Thema „Herr, ich habe lieb die Stätte Deines Hauses“. Sehr passend, steht dieses Bibelwort doch auch als Leitwort an der Stirnseite unseres Kirchenschiffes über dem Altar, war an diesem Abend allerdings von der wie immer aufwendig und liebevoll gestalteten Dekoration verdeckt.

Ein beeindruckendes und humorvolles Anspiel von Pia Roth (als Enkelin) und Elisabeth Mertens-Frederich (als Oma) zeigte Parallelen zwischen der Bibel und dem sozialen Netzwerk Facebook auf. Auch in der Bibel schrieben zahllose Verfasser, posteten ihre Einsichten und warteten auf Antworten. Warten auch auf unsere Lebens-Antworten, tausende Jahre später! Parallelen… aber auch Unterschiede…. denn die Bibel kommt ohne Strom aus, stürzt nie ab und wird nie gelöscht!

Es folgte, alle sangen es natürlich aufrecht im Stehen und mit viel Begeisterung: „Aufstehen, aufeinander zugehen“, eines der vielen sehr bekannten Lieder von C.B.

                     

Für jede Menge Lacher sorgte C.B. dann selbst, als er eine Sammlung lustiger Versprecher unserer Politiker/innen der letzten Jahre vorspielte: das Wunder des Wortes und die Schwierigkeiten der deutschen Sprache!

In der Predigt von Pfarrer Clemens Bittlinger, wie gewohnt klar, überzeugend und charmant in der Darstellung, ging es um Luther, die Reformation, den Buchdruck und die Lutherlieder. Nicht nur der Buchdruck habe die Reformation beschleunigt, sondern die Tatsache, dass Luther seine Botschaften auf „die Gassenhauer“ seiner Zeit getextet habe, so dass sie sich auch bei den nicht Schriftkundigen leicht verbreiten konnten. „Wer schreibt, der bleibt“. Das betrifft nicht nur den armen Schüler, der nachsitzt und was schreiben soll als Strafarbeit, sondern Jeden, der/die etwas über ihn / sie Herausragendes / Bleibendes schreibt / textet / komponiert. Nach Luther ist jeder, der „aus der Taufe kroch“ ein Priester, aber nicht jeder ist auch berufen. Darauf wies C.B. ausdrücklich hin. Das Priestertum aller Laien setzte vor allem in der Reformation eben auch voraus, dass jeder die Bibel in seiner Muttersprache lesen konnte. Und bei der Gelegenheit begründete Martin Luther auch noch eine einheitliche deutsche Schriftsprache, so nebenbei sozusagen.

„Sola scriptura“ = nur die Schrift wurde als maßgebliche Quelle des Glaubens und Wissens erklärt, im Gegensatz zur Tradition, die im Konzil zu Trient als (auch) maßgeblich erklärt worden war. Das WORT, griechisch logos, spielt in der Bibel eine große Rolle, schon im Buch Genesis, denn die Welt begann, als „Gott sprach“, ein kreatives Wort, das Gestaltungsmacht hat für materielle Dinge. Aber LOGOS bedeutet viel mehr als „Wort“, es steht auch, so C.B., für „Wahrheit, Erkenntnis, Grundlage“. LOGISCH, nicht wahr? Das Segenswort, das wir einander schenken, das Wort im Prolog des Johannesevangeliums, die Zehn Gebote, überall die Bedeutung der Sprache, des wirkenden Wortes. Im Christentum ist Jesus Christus das geoffenbarte Wort, während im Islam der Koran so verstanden wird. C.B. erzählte weiter von Jesus in seiner Kindheit, als er im Tempel am Passahfest die Thora auslegte; wie Jesus in den Sand schrieb in der Geschichte von der Ehebrecherin und darüber, dass Jesus kein Buch geschrieben hat, sondern „mit seinem Leben Geschichte geschrieben hat“. Auf die absolute Konsequenz Jesu, seiner „harten Rede“, von der die Jünger sich am liebsten abgewendet hätten, dem Suchen nach dem Wort Gottes in uns selbst und der Kraft der Bibelworte erzählte uns Pfarrer Clemens Bittlinger. Viel zum Nachdenken, viel zur Ermutigung!

Nach der wie immer überzeugenden Predigt folgte das Auferstehungslied „Damit Ihr Hoffnung habt“. Danach war der Aktionsraum geöffnet. Unter reger Beteiligung der Gemeinde wurden Lichter angezündet, Karten an die Lieben geschrieben, Gebete und Fürbitten zur Klagemauer getragen; es blieb Raum für Segnungen und Gespräch.

Das Verlesen einiger Fürbitten wurde umrahmt von den Liedern „Und so geh nun Deinen Weg“ und dem gesungenen Vaterunser „Vater, unser Vater“. Es folgte eine Rückschau auf die Sternstundenjahre, präsentiert von Walter Thaben und Ilona Schmitt, die Danksagungen, auch ein Gedenken an die Teammitglieder, die uns schon vorausgegangen sind ins Reich Gottes oder aus Gesundheitsgründen nicht vor Ort sein konnten. Anders als unser ältester Sternstundenfan, unsere Ehrenkirchenvorsteherin Marie Hauf, die glücklicherweise auch diesmal wieder dabei sein konnte. Denn wie sie immer sagt: „ein Sonntag ohne Gottesdienst ist kein Sonntag“. Recht hat sie! Die Teammitglieder bekamen rote Rosen, spontan begleitet von der schönen Stimme von Jose Rodriguez: „Für Euch soll´s rote Rosen regnen…“

            

Nach dem Abschluss-Segen und den Liedern „Komm in dieses Haus“ und „Sei behütet auf Deinen Wegen“ war Zeit für die after-church-party, wie immer bestens vorbereitet und bewirtet vom Team, vor allem von unserer unermüdlichen Küsterin Karin Schuster.

Wir als Kirchengemeinde danken allen herzlichst für 12 Jahre sichtbar gewordenen Segen! Ihr sollt ein Segen sein und Ihr möget auch weiterhin gesegnet werden!

 

                                  

 

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„Wer’s glaubt wird selig!“
Ökumenischer Sternstunden-Gottesdienst am Sonntag, 7. Mai 2017, um 18 Uhr in der  katholischen Kirche St. Antonius in Pfungstadt

In dem voll besetzten Gotteshaus konnte die Sternstundengemeinde wunderbar sanfte und intensive Lieder von Jonathan Böttcher, begleitet von Bärbel Kunz hören. Und gleich zu Anfang seine je eigene Stimme abgeben zu einem Glaubens-Satz, die in vielfältiger Auswahl auf einem Flipchart aufgeschrieben und vorgeschlagen wurden. Als Spitzenreiter dieser Umfrage entpuppten sich –nicht unerwartet- die Begriffe „Vertrauen, Liebe und Kraft“ als nähere Eigenschaften des Glaubens.

Walter Thaben von der katholischen Gemeinde begrüßte die Besucher/innen und nach den Eingangsliedern las Claudia Friedenstab einen berührenden Text über die Entwicklung des Glaubens im Lauf der Lebensstadien vor. Kernbegriffe wie Vertrauen, Glaube und Hoffnung, Glaube bewegt, Glaube verändert den Blickwinkel, Glaube lässt sich erschüttern, Glaube kann Berge versetzen, Glaube kann einen ein bisschen ver-rückt machen……. zeigten, wie umfangreich und komplex das Thema „Glaube(n)“ sich darstellt.

Der Gottesdienst regte an, über den eigenen Glauben nachzudenken und gab Impulse vielfältiger Art. In einem Lied von Jonathan Böttcher hieß es angesichts der unendlichen Fülle Gottes: „ob ich wohl jemals Dich begreife? Ich glaube kaum“. Pfarrer Nowak führte aus, dass der Glaube etwas zutiefst Persönliches, Individuelles sei; aber in der Gruppe gelebt, auch Versuchen unterliege, ihn auf den Punkt zu bringen, um sich eine Identität zu geben, vielleicht auch sich abzugrenzen. Er wies darauf hin, dass das Wort „katholisch“ aus dem Apostolikum (Glaubensbekenntnis)einfach „allumfassend“ heißt und es vielleicht besser gewesen wäre, wenn man das Wort einfach ins Deutsche übersetzt hätte.

Ein besonderes ökumenisches Highlight war dann, dass im gastfreundlichen Sankt Antonius das Lutherlied „eine feste Burg ist unser Gott“ gespielt und gesungen wurde.

Pfarrer Clemens Bittlinger hielt eine gewohnt souveräne und überzeugende Predigt über die Heilung bzw. Wiederbelebung der Tochter des Synagogenvorstehers Jairus und der blutflüssigen Frau durch Jesus. Der Glaube habe beiden Personen aus dieser biblischen neutestamentlichen Erzählung geholfen. Ganz gleich, ob sie sich offen vertrauensvoll an Jesus gewandt hätten und selbst in der Verzweiflung die Hoffnung nicht aufgegeben hätten wie Jairus, oder ob sie sich wie die erkrankte Frau zunächst mal ganz verstohlen von hinten an Jesus herangeschlichen hätten. In jedem Fall seien letztlich beide mit ihrer ganzen Wahrheit auf Jesus zugegangen. Und dies führte natürlich zu der Frage, was denn unsere je eigene ganze Wahrheit sei. Wir dürften uns Jesus in jeder Form nähern. Glaube sei kein Bekenntnis von Glaubenssätzen, sondern bestehe auch aus Verzweiflung, Hoffnung und Mut. Allein aus dem Glauben werde der Mensch gerecht, das habe Martin Luther uns aufgezeigt. Gott liebe uns ohne unser Zutun und das mache uns frei und gesund.

Im folgenden Aktionsraum konnten die Besucher/innen wiederum vielfältige eigene Aktionen durchführen, z.B. sich segnen lassen oder eine Karte an einen lieben Menschen schicken. Nach weiteren schönen Liedern schloss sich die after-church-party an. Ein wie immer höchst gelungener und gesegneter Abend, der uns wieder mit Kraft, Hoffnung und Mut bestärkt hat: Glauben eben!

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Am Sonntag, dem 05.02.2017 war es endlich wieder soweit. Wir feierten den ersten Sternstundengottesdienst in diesem besonderen Jahr, dem Luther-Jahr. Alle Sternstunden werden ganz im Zeichen des 500-jährigen Reformationsjubiläums stehen. So auch dieser Gottesdienst. „Was heißt hier Gnade?“ Als Eingangsaktion bekamen alle Gottesdienstbesucher/innen einen Auszug aus der „Ballade an die Gnade“ von Christina Brudereck, denn am Ende heißt es hier: „Ja, die Schokolade ist pure Lust, Genuss und, nur das noch kurz zum Schluss, es kann kein Zufall sein, die Schokolade reimt sich auf Gnade.“ Ein Anfang zum Schmunzeln!

Viele Gottesdienstbesucher freuten sich besonders über den musikalischen Gast. Keyboarder und Sänger José Rodriguez überzeugte durch die passende Liedauswahl und seine kraftvolle aber auch bisweilen einfühlsame Stimme.

Der Begriff der Gnade rückte ins Zentrum der Predigt, die an diesem Sonntag Clemens Bittlinger in gewohnt humorvoll-nachdenklicher Weise hielt. Wo taucht der Begriff heute noch auf? Der Polizist, der beim Parksünder nochmal „Gnade vor Recht“ gelten lässt. Die Geigenvirtuosin, der ein begnadetes Talent zugesprochen wird und der Gewaltverbrecher, der in der Todeszelle auf Begnadigung hofft. Wir alle beten im Vaterunser „…und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern“. Im Gleichnis vom unbarmherzigen Schuldner (Matthäus 18, 21-35) fragt Petrus Jesus: „Herr, wie oft muss ich meinem Bruder vergeben, wenn er mir Unrecht tut?“ Luthers große Erkenntnis lautete: „Sola gratia- allein aus Gnade wird der Glaubende dem Anspruch Gottes gerecht.“ Diese Aussage kann auch heute noch von Menschen so verstanden werden, dass sie den Alltag befreiend verändert. Wir müssen keine Leistung erbringen, allein aus Gottes Gnade sind wir Gottes geliebte Kinder.

Nun folgte eine Besonderheit der ökumenischen Sternstunden-Gottesdienste, der Aktionsraum. Hier konnte jede bzw. jeder selbst aktiv werden- eine Kerze anzünden, eine Fürbitte schreiben, eine Postkarte versenden oder sich segnen lassen. Hier herrschte, wie immer, eine ganz besondere Atmosphäre, gerade beim Verlesen der doch so persönlichen Fürbitten. Abschluss des Gottesdienstes war das gemeinsam gesungene Vaterunser und der Abschlusssegen.

Am Ausgang erwartete jeden noch „eine zarte Versuchung“ – ein Stück Schokolade, die sich ja bekanntlich auf „Gnade“ reimt.

Wer noch Zeit hatte, blieb zur „After-Church-Party“. Das Team versorgte alle mit salzigem Luther-Gebäck und gekühlten Getränken.

Nun freuen wir uns schon auf das nächste Highlight der Sternstunden-Gottesdienste. Am 05.03.2017 geben Clemens Bittlinger, Eugen Eckert, Fabian Vogt und Miriam Küllmer-Vogt ein Konzert in der Melanchthongemeinde in Griesheim. „Atem des Lebens“-die Reformation weitersingen. Wahrlich eine Sternstunde.