Predigtarchiv

Hier finden Sie Predigten, die in Gottesdiensten der Kirchengemeinde Eschollbrücken gehalten wurden.

Die hier hochgeladenen Dateien stellen Manuskripte dar. Sie wurden als Grundlage für die im Gottesdienst gehaltene Predigt und nicht vorrangig zur Veröffentlichung erstellt. Die Texte dürfen gerne geteilt, vervielfältigt und zur Inspiration genutzt werden. Eine kommerzielle Nutzung ist nicht vorgesehen und bedarf der Genehmigung des/der Verfasser*in.

2019

Predigt Konfirmation 2019 Simon Wiegand

Predigt Rogate 2019 Joh 16,23b-33 Simon Wiegand

Predigt Pfingstsonntag Joh 14,15-27 Simon Wiegand

Predigt Kantate 2019 – Goldene Konfirmation Ps 98 Simon Wiegand

Predigt Misericordias Domini Joh 10,11-16 Simon Wiegand

Predigt Ostersonntag 2019 Joh 20,11-18 Simon Wiegand

Impuls Osternacht 1. Thess 4,13-18 Simon Wiegand

Predigt Karfreitag 2019 Joh 19,16-30 Simon Wiegand

Predigt Palmsonntag 2019 Jes 50,4-9 Simon Wiegand

Predigt Lätare 2019 Joh 6,47-51 Simon Wiegand

Predigt Okuli 2019 Jer 20,7-13 Simon Wiegand

Predigt Reminiszere 2019 Joh 3,14-21 Simon Wiegand

Predigt Invokavit 2019 Hebr 4,14-16 Simon Wiegand

Predigt Estomihi 2019 Lk 10,38-42 Simon Wiegand

Predigt Sexagesimä 2019 Apg 16,9-15 Simon Wiegand

Predigt 4. Sonntag vor der Passionszeit Mk 4,35-41 Simon Wiegand

Predigt Letzter Sonntag nach Epiphanias – Holocaust Gedenktag, Ex 3 Simon Wiegand

Predigt 2. Sonntag nach Epiphanias Röm 12,9-16 Simon Wiegand

2018

Predigt 1. Sonntag nach Weihnachten 2018 Mt 2,13-18 Simon Wiegand

Predigt Christmette 2018 Joh 1,1-5.9-14 Simon Wiegand

Ansprache Christvesper 2018 Simon Wiegand Predigt Christmette 2018 Joh 1,1-5.9-14

Predigt 3. Advent Römer 15,4-13 Simon Wiegand

Predigt 1. Advent 2019 Mt 21,1-11 Simon Wiegand

Predigt vorletzter Sonntag im Kirchenjahr 2018 Offb 2,8-11 Simon Wiegand

Predigt 22. Sonntag nach Trinitatis Röm 7,14-25a Simon Wiegand

Predigt 21. Sonntag nach Trinitatis Jer 29,1.4-7.10-14 Simon Wiegand

Predigt 20. Sonntag nach Trinitatis – So ist Sonntag Simon Wiegand

Predigt Erntedank 2018 1. Tim 4,4-5 Simon Wiegand

Predigt 15. Sonntag nach Trinitatis 2018 Gal, 5,25-26; 6,1-3.7-10 Simon Wiegand

Predigt 14. Sonntag nach Trinitatis 1. Thess 1,2-10 Simon Wiegand

Predigt 12. Sonntag nach Trinitatis Apg 2018 3,1-10 Simon Wiegand

Predigt 11. Sonntag nach Trinitatis Gal 2,16-21 Ordination Simon Wiegand

Predigt 9. Sonntag nach Trinitatis 2018 Jer 1,4-10 Simon Wiegand

Predigt 8. Sonntag nach Trinitatis 2018 1. Kor 6,9-14.18-20 Simon Wiegand

Predigt 7. Sonntag nach Trinitatis 2018 Phil 2,1-4 Simon Wiegand

Predigt 6. Sonntag nach Trinitatis – Apg 8,26-39 Simon Wiegand

 

Predigttext von Elisabeth Mertens-Frederich, Prädikantin

In meinem Gottesdienst in Eschollbrücken am 01. Juli 2018 habe ich die Geschichte:

„Die kleinen Leute von Swabedoo“ vorgelesen und anschließend bekam jeder ein kleines Pelzchen. Die kleinen Pelzstücke habe ich von meiner Schwester aus der Schweiz bekommen. Sie leitete viele Jahre eine Fellnähgruppe.  Für die Fellprodukte von Fellnähen Schweiz müssen keine Tiere leiden! Die Herkunft dieser Felle ist deklariert. Die Fellnähgruppen verarbeiten einheimische Kaninchenfelle aus tiergerechter Haltung. In aufwendiger Handarbeit entstehen mit viel Begeisterung wunderschöne Bekleidungsstücke, Wandbehänge, Kissen, kuschelige Schmusetiere und Gebrauchsgegenstände für den täglichen Bedarf. Die Kaninchen liefern neben dem fettarmen und gesunden Fleisch Nebenprodukte wie Fell und Wolle – alles natürliche und wertvolle Rohstoffe, die es verdienen, sinnvoll verwertet und genutzt zu werden.     – So entstanden auch die kleinen Restpelzchen, die ich im Gottesdienst verteilt habe.

Die kleinen Leute von Swabedoo

 Vor langer Zeit lebten in dem Ort Swabedoo kleine Leute. Sie waren sehr glücklich und liefen den ganzen Tag mit einem fröhlichen Lächeln herum.

Wenn sie sich begrüßten, überreichten sie sich immer kleine, warme, weiche Pelzchen. Jeder hatte davon immer genug, weil er sie verschenkte und sofort wieder eines bekam. Ein warmes Pelzchen verschenken bedeutete für diese Menschen: Ich mag dich. So zeigten sie, dass jeder jeden mochte.

Außerhalb des Ortes lebte ganz einsam in einer Höhle, ein Kobold. Wenn ein Swabedooler ihm ein Pelzchen schenken wollte, lehnte er es ab. Er fand es albern, sich Pelzchen zu schenken. Eines Tages traf der Kobold einen Swabedooler im Dorf, der ihn sofort ansprach: „War heute nicht ein schöner, sonniger Tag?“ Und der Mann reichte ihm ein besonders weiches Pelzchen. Der Kobold schaute in den Rucksack mit den Pelzchen. Dann legte er dem Swabedooler den Arm vertraulich um die Schulter und flüsterte ihm zu: “Nimm dich in acht. Du hast nur noch ca. 200 Pelzchen. Wenn du diese weiterhin so großzügig verschenkst, hast du bald keine mehr.“ Das war natürlich falsch, denn ein jeder, der kleinen Leute hatte, – da jeder jedem welche schenkte, – genug davon. Doch kaum hatte der Kobold den Swabedooler stehen lassen, kam schon ein Freund vorbei und schenkte ihm wie immer ein Pelzchen. Doch der Beschenkte reagierte nicht wie bisher. Er packte das Pelzchen weg und sagte dem Kollegen: “Lieber Freund, ich will dir einen Rat geben. Verschenke deine Pelzchen nicht so großzügig, sie könnten dir ausgehen. Bald gaben sich immer mehr Swabedooler diesen Rat. So kam es, dass Pelzchen nur noch an allerbeste Freunde verschenkt wurden. Jeder hütete sein Pelzrucksack wie einen Schatz. Sie wurden zu Hause eingeschlossen, und wer so leichtsinnig war, damit über die Straße zu laufen, musste damit rechnen, überfallen und beraubt zu werden.

Die kleinen Leute von Swabedoo veränderten sich immer stärker. Sie lächelten nicht mehr und begrüßten sich kaum noch. Keine Freude kam mehr in ihre traurigen und misstrauischen Herzen. Erst nach langer, langer Zeit begannen einige Leute erneut, sich wie früher kleine, warme Pelzchen zu schenken. Sie merkten bald wieder, dass ihnen die Pelzchen nicht ausgingen und dass sich Beschenkte und Schenkende darüber freuten. In ihren Herzen wurde es wieder warm, und alle konnten wieder lächeln, obwohl die Traurigkeit und das Misstrauen nie mehr ganz verschwand.

Elisabeth Mertens-Frederich