Aus Dekanat und EKHN

Als Kirchengemeinde stehen wir nicht alleine da, sondern sind in Dekanat, Propstei und die Evangelische Kirche und Hessen und Nassau (EKHN) sowie die EKD (Evangelische Kirche Deutschland) eingebunden. Ob theologische Grundordnung, Finanzverfassung oder rechtliche Regelungen, unsere Eingebundenheit bestimmt auch die tägliche Arbeit des Kirchenvorstandes und die Möglichkeiten einer Kirchengemeinde. Daher hier Informationen aus den Gremien der genannten Organisationsebenen.


 

Wir gehören als Kirchengemeinde Eschollbrücken der evangelischen Landeskirche EKHN (Evangelische Kirche in Hessen und Nassau) an. Diese gehört wiederum der EKD an.

Was ist eigentlich die EKD? Hier ein Auszug aus deren Homepage:

Jede Kirchengemeinde gehört einer der 20 evangelischen Landeskirchen an, die gemeinschaftlich die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) bilden. Insgesamt zählen 21,1 Millionen Menschen zur EKD. Die Kirchengemeinden sind – je nach Landeskirche – meist regional zusammenge­schlossen (z.B. Kirchenkreis, Dekanat).

Aufgabenfelder der EKD (Beispiele):

-Die Bibel soll für Menschen von heute verständlich sein. Zugleich soll ihre Sprachkraft erhalten bleiben. Auf beides achtet die Evan­gelische Kirche in Deutschland (EKD). Zu ihren Aufgaben gehört die Pflege der Bibelübersetzung Martin Luthers, aber auch die des Evangelischen Gesangbuchs und der Leseordnung der Bibel. Im Verbund mit der Vereinigten Evangelisch­ Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) und der Union evangelischer Kirchen in der Evangelischen Kirche in Deutschland (UEK) trägt die EKD Verant­wortung für die theologische Arbeit, für die öffentliche Verantwor­tung ethischer Einsichten und für die Bildungsarbeit der Kirche.

-Als Teil der weltweiten Christenheit unterhält die EKD vielfältige ökumenische Beziehungen, bilateral mit Partnerkirchen aus aller Welt und als Mitglied in Bünden wie der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland, der Gemeinschaft Evange­lischer Kirchen in Europa, der Konferenz Europäischer Kirchen und dem Ökumenischen Rat der Kirchen. Seine nächste Vollver­sammlung wird der ÖRK im Jahr 2022 erstmals in Deutschland (Karlsruhe) abhalten. Den etwa anderthalb Millionen im Ausland lebenden deutschsprachigen evangelischen Christen bietet die EKD in rund 100 mit ihr verbundenen Gemeinden die Möglich­keit, eine geistliche Heimat zu finden.

-Die Diakonie ist der soziale Dienst der evangelischen Kirchen. Neben der tätigen Hilfe versteht sich die Diakonie als Anwältin der Schwachen und Benachteiligten und benennt öffentlich die Ursachen von sozialer Not gegenüber Politik und Gesellschaft. Brot für die Welt ist das weltweit tätige Entwicklungswerk der evangelischen Kirchen. Mit Partnern rund um den Globus hilft Brot für die Welt armen, ausgegrenzten Menschen und setzt sich für die Überwindung von Hunger, Armut und Ungerechtigkeit ein

Und was ist die Synode der EKD?

Die Synode ist eines der drei Leitungsorgane der Evangelischen Kirche in Deutschland. Die 128 Synodalen beraten und beschließen über Angelegenheiten der EKD. Dazu gehören Kirchengesetze, wie zum Beispiel zum Haushalt und zum Datenschutz, sowie Vorlagen des Rates und der Kirchenkonferenz. Die Synode der EKD kommt in der Regel einmal im Jahr an wechselnden Orten zu einer mehrtägigen öffentlichen Tagung zusammen, im Jahr 2021 war das im Mai.


Und was ist die EKHN? Ein Auszug aus ihrer Homepage:

Unterschiedliche Regionen, Lebensstile und Glaubenstraditionen finden in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) zusammen. Zu ihr gehören das Rhein-Main-Gebiet mit seiner quirligen und internationalen Urbanität sowie Teile der umliegenden eher ländlichen Mittelgebirge mit ihren traditionsreichen Städten und dörflichen Lebensgewohnheiten. Die EKHN hat lutherische und reformierte, liberale und pietistische Traditionen. Diese geistliche und gesellschaftliche Vielfalt gibt der EKHN ihr besonderes Profil.

Gemeinschaft leben in der Region

Die EKHN ist eine von 20 evangelischen Landeskirchen in Deutschland. Auf dem Gebiet der EKHN leben mehr als 1,5 Millionen evangelische Kirchenmitglieder. Mit Gottesdiensten, Jugendgruppen, Gospelchören und vielem mehr bieten 1.135 evangelische Kirchengemeinden den Mitgliedern eine Heimat.
Die Kirche bewahrt den Glauben an Gott und die Hoffnung auf ein befreites Leben. In zahlreichen Aktivitäten greift sie gesellschaftliche Themen der Zeit auf. Sie ist offen für Menschen, die an der Gemeinschaft teilhaben wollen oder auf die Nähe und Unterstützung der Kirche angewiesen sind.

Der Aufbau

An der Spitze der EKHN steht die Kirchenleitung. Sie vertritt und leitet die Kirche im Auftrag der Kirchensynode und führt deren Beschlüsse aus. Anders als in anderen Kirchen gibt es in der EKHN keinen Bischof mit weitreichenden Vollmachten, der leitende Geistliche der EKHN ist der Kirchenpräsident. Der Kirchenleitung gehören neben dem Kirchenpräsidenten mehrere Mitglieder an, Ordinierte (=Pfarrerinnen und Pfarrer) und nicht-ordinierte Gemeindemitglieder. Die Kirchenverwaltung arbeitet im Auftrag der Kirchenleitung.

In der EKHN entscheiden grundsätzlich Gremien mit Mitgliedern, die auf Zeit gewählt sind. Einer der Grundgedanken der EKHN-Ordnung stammt aus der Zeit der Bekennenden Kirche: Ein Gremium mit mehreren Mitgliedern wird sich nicht so leicht falschen Autoritäten unterordnen, wie es seinerzeit vielen Bischöfen unter den Nationalsozialisten widerfahren war.

Das kirchliche Leben einer evangelischen Christin oder eines Christen bestimmt jedoch vorwiegend die Kirche vor Ort. Sie ist offen für Menschen, die neu dazukommen und bietet vielfältige Anknüpfungspunkte. In größeren Städten gibt es mehrere evangelische Kirchengemeinden, von denen jede eigene Schwerpunkte setzt.

Leitungsämter werden auf allen Ebenen durch Wahlen besetzt.

Die lokale Ebene (Kirchengemeinden):
Die Gemeinden bildet als erste Ebene die Basis, von der aus sich die Landeskirche aufbaut. Wichtige Entscheidungen treffen hier der Kirchenvorstand, die die Gemeinde leitet. Im Kirchenvorstand haben die Pfarrerin oder der Pfarrer eine Stimme. Vorsitzende oder Vorsitzender soll ein Gemeindemitglied sein

Die mittlere Ebene (Dekanate):
Als zweite Ebene folgen die Dekanate. Die Dekanatssynode, Dekanatssynodalvorstand und der Dekan oder die Dekanin leiten die Kirche in der Region und vertreten die Kirchenleitung vor Ort. Die Mitglieder der Dekanatssynode werden von den Kirchenvorständen der Gemeinden gewählt.

Die gesamtkirchliche Ebene:
Die oberste Ebene bilden die gesamtkirchlichen Organe. Wesentliche Entscheidungen treffen die EKHN-Synode, die Kirchenleitung und der Kirchenpräsident und das Kirchliche Verfassungs- und Verwaltungsgericht. Gesamtkirchliche Zentren und weitere Einrichtungen bieten Unterstützung für die gesamte Kirche.

 

 


 

Digitale Frühjahrssynode der EKHN im April 2021:

zwischen Pflegenotstand und Zukunftsplanung

 

EKHN/Rahn Digitale Frühjahrssynode der EKHN 2021: Blick ins Dominikanerkloster Frankfurt.

 

Die Kirchensynode tagte wieder per Videoschalte. Dabei wurden wichtige Weichen auf den Weg in die Zukunft gestellt aber auch aktuelle Herausforderungne klar benannt. Die Kirchensynode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) hat am Samstag (24. April) ihre traditionelle Frühjahrstagung beendet. Seit Donnerstag hatten die 140 Delegierten des mit einem Parlament vergleichbaren Kirchengremiums unter der Leitung von Präses Ulrich Oelschläger per Videoschalte getagt. Die Synode forderte unter anderem einen grundsätzlichen Umbau der Pflegeversicherung. Hessen-Nassaus Kirchenpräsident Volker Jung kritisierte bei dem digitalen Treffen die aktuelle europäische Flüchtlingspolitik. Gleichzeitig wurde intensiv an dem Zukunftsprojekt „ekhn2030“ weitergearbeitet. Zudem wählte die Synode Stephan Arras zum neuen Propst für Starkenburg.

Die Synode der EKHN hat sich auf ihrer Frühjahrstagung für eine grundlegende Reform der Pflege ausgesprochen. In einem Positionspapier und in einer Resolution fordert sie, den „Kollaps der Pflege“ zu verhindern. Eine „grundlegende Reform der Pflegeversicherung“ sei nötig. Ziel müsse am Ende eine „solidarisch finanzierte Vollversicherung mit festem, kalkulierbarem Eigenanteil“ sein. Die Delegierten machten auch auf die schwierigen Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte aufmerksam und warnten vor zunehmender „Berufsflucht“.

Der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung kritisierte auf der Synode die gegenwärtige Flüchtlingspolitik scharf, die zunehmend auf „Abschottung und Abschreckung“ setze. Er sieht gegenwärtig eine h verweigert“. Dies alles sei kein „kein schicksalhaftes tragisches Ereignis, sondern Ergebnis einer hochproblematischen Flüchtlingspolitik“, bei der starke EU-Staaten „das Flüchtlingsproblem an die schwachen Staaten im Süden und Osten der EU ausgelagert haben“. Das ist nicht nur inhuman gegenüber den Geflüchteten, sondern auch unsolidarisch gegenüber EU-Staaten wie Griechenland. Abschottung ist hier offenbar wichtiger als die Menschenrechte, zu deren Einhaltung sich alle EU-Staaten verpflichtet haben.“ Jung ging vor der Synode auch auf das Thema Sterbehilfe ein. Seiner Ansicht nach solle sich die bevorstehende Ausgestaltung der Regelungen zum assistierten Suizid „am großen Ja Gottes zum Leben“ orientieren. Dies bedeute nicht, „dass es tragische Einzelfälle geben kann, in denen Menschen durch einen assistierten Suizid beim Sterben geholfen werden kann“.

Die Synode hat auf ihrer Online-Tagung auch die Arbeit an dem Zukunftsprozess „ekhn2030“ weiter fortgesetzt. Mit dem seit 2019 laufenden Projekt will die hessen-nassauische Kirche tiefgreifenden gesellschaftlichen Veränderungen und knapper werdenden Ressourcen begegnen. So ist es angesichts der prognostizierten Mitgliederentwicklung nötig, die jährlichen Ausgaben von aktuell rund 700 Millionen Euro um 140 Millionen Euro im Jahr 2030 zu senken. Vorgestellt wurde unter anderem ein Entwurf für die Zukunft der Medienarbeit in. Er sieht unter anderem eine engere Kooperation mit dem Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik (gep) vor. Beim Bericht über die Arbeit mit Jugendlichen und Familien wurde deutlich, dass die EKHN ihre Kommunikation besser an die Zielgruppe anpassen und mehr digitale Begegnung ermöglich müsse.

Stephan Arras ist der neue Propst für den Bereich Starkenburg. Die hessen-nassauische Kirchensynode wählte den 59 Jahre alten Theologen in das evangelische Leitungsamt. Ab dem kommenden Jahr ist er die geistliche Leitungsperson in der südhessischen Region um Darmstadt für rund 300.000 Kirchenmitglieder in über 150 Gemeinden. In seiner Wahlrede sprach sich Arras für eine Kirche aus, die die gesellschaftliche „Großwetterlage“ genau kennen müsse. Dazu gehöre etwa die „wachsende Religionslosigkeit der Menschen in Europa“. Arras tritt die Nachfolge von Karin Held an, die 2022 in den Ruhestand geht. Zur Wahl hatte sich auch Kristina Augst (52) gestellt, Studienleiterin im Religionspädagogischen Institut der hessen-nassauischen Kirche für die Region Darmstadt.

Der Rüsselsheimer Pfarrer Wolfgang Prawitz ist neuer stellvertretender Präses der EKHN-Kirchensynode. Prawitz tritt die Nachfolge von  Susanne Bei der Wieden an. Die Frankfurter Pfarrerin wurde im März zur Kirchenpräsidentin der Evangelisch-reformierten Kirche mit Sitz in Leer gewählt. Prawitz ist bereits seit vielen Jahren ein vertrautes Gesicht in der Synode. Er hat seit dem Jahr 2002 einen Sitz in dem mit einem Parlament vergleichbaren Gremium. Seit 2010 sitzt der 63 Jahre alte evangelische Theologe im Kirchensynodalvorstand, dem Präsidium der Synode. Prawitz ist zudem seit 2009 Mitglied in der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

Die hessen-nassauische Kirche will den Alten Dom St. Johannis in Mainz in den kommenden fünf Jahren schrittweise zu einem „gottesdienstlich-kulturellen Ort und zugleich einem gesellschaftlich wirksamen Ort“ in der Mainzer Innenstadt weiterwickeln. Die aktuellen Planungen dazu wurden auf der digital tagenden Synode vorgestellt. Das Konzept sieht vor, dass ein Projektausschuss des Dekanats die konzeptionellen Beratungen fortsetzt. Bislang wurden fast zehn Millionen Euro für den Bau verausgabt oder verplant.

(Veröffentlichung der EKHN)

 

Dazu auch Eindrücke einer Synodalen (von Frau Ulrike Bochmann-Lilge), die sie dankenswerterweise eingesandt hat:

Bericht der Frühjahrssynode April 2021

 

Die Synode der EKHN tagte vom 22.04 -24.04 2021 nun schon zum 2. Mal,( wie schon bei der Herbsttagung 2020), mit den 140 Delegierten unter der Leitung von Präses Ulrich Oelschläger per Videoschaltung.

Der 1. Tag stand im Mittelpunkt mit der Wahl für die Nachfolge unserer Pröpstin  für den Propsteibereich Starkenburg, Frau Karin Held, die in den vorzeitigen Ruhestand wechselt und ihre Amtszeit mit Ablauf des 30. 11.2021 endet. Zwei Kandidaten standen zur Wahl: Frau Pfarrerin Dr. Kristina Augst, Frankfurt am Main und Herr Pfarrer Stephan Arras z. Zt. in Dublin auf einer Pastorenstelle der Evangelischen-Lutherischen Kirche in Irland von der EKG entsandt. Herr Stephan Arras wurde mit großer Mehrheit gewählt und freut sich sehr auf seine kommenden Aufgaben hier in unserer Region, er war per Videoschalte aus Irland zugeschaltet, im übrigen war Herr Pfarrer Arras auch schon Dekan im Dekanat Odenwald und kennt somit unsere Gegend ganz gut.

Im weiteren legte Präses Ulrich Oelschläger seinen Bericht vor, er beinhaltet die verschiedenen Beschlüsse, die dann auch im Amtsblatt veröffentlicht werden, sowie Entscheidungen des Kirchensynodalvorstands während der Corona –Krise, verschiedene Gesetze und Rechtsverordnungen und der Bericht der Kirchenleitung 2020/2021 wurde uns vorgestellt. Mit den Herausforderungen, die sich durch die Corona-Pandemie stellen, hat sich die Arbeit in der Kirche stark verändert. Die Kontaktbeschränkungen, die sich in den vergangenen Monaten in der unterschiedlichsten Form ergeben haben sind noch immer eine große Herausforderung in allen Bereichen. Heute wird vieles in digitaler Form gestaltet, Gottesdienste, Kirchenvorstandssitzungen, Dekanatskonferenzen  usw. Auch die Arbeit mit dem Zukunftsprozess „ekhn2030“ wird weiter fortgesetzt. Angesichts der tiefgreifenden gesellschaftlichen Veränderungen und der prognostizierten Mitgliederentwicklung ist es dringend nötig, die aktuell 700 Millionen Euro um 140 Millionen Euro bis ins Jahr 2030 zu senken um weiterhin für die Menschen da zu sein und die kirchliche Arbeit fortzusetzen. Die EKHN rechnet 2030 mit rund 1,2 Millionen Mitgliedern gegenüber 1,5 Millionen heute. So sagte Kirchenpräsident Volker Jung: „Herausfinden, was wir weiter tun wollen – sehr schmerzliche Fragen für die wir noch in diesem Jahr die Weichen stellen können und müssen und die dann in den nächsten Jahren Schritt für Schritt zu debattieren und zu treffen sind – auch von den nächsten Synoden“. In diesem 2019 begonnenen Zukunftsprozess werden nahezu alle kirchlichen Arbeitsbereiche von der Kinder- und Jugendarbeit über Kooperationen von Gemeinden, Dekanaten, die Zukunft der Pfarrstellen und auch der kirchliche Gebäudebestand unter die Lupe genommen werden, es ist aber auch geplant die Verwaltung auf allen Ebenen der Kirche und die Arbeit in den Zentren und Einrichtungen zu prüfen.

Diakoniechef Carsten Tag erklärte vor der Synode, dass die sozialen Auswirkungen der Pandemie vor allem Menschen treffe, die schon vorher benachteiligt waren, wie Kinder und Jugendliche aus armen Familien, erwerbslose Menschen sowie Obdachlose oder Menschen mit Fluchterfahrung. Er erklärte weiter:“Diakonische Dienste unter diesen Bedingungen weiter zu betreiben, bzw. in ihrer Arbeit zu unterstützen, war und ist ein echter Kraftakt. Wir wollen daher allen Mitarbeitenden und Führungskräften unseren Dank ausdrücken. Beeindruckt hat uns aber auch die Spendenbereitschaft der Menschen in Hessen, die für viele Aktionen wie z. B. unser Projekt #wärmespenden teilweise große Summen gespendet haben. Auch Ihnen gilt unser großer Dank“, so Herr Carsten Tag.

Die Synode hat sich auch für eine grundlegende Reform der Pflege ausgesprochen. In einem Positionspapier und einer Resolution fordert sie, der “Kollaps der Pflege“ zu verhindern. Eine „grundlegende Reform der Pflegeversicherung“ sei nötig. Ziel müsse am Ende eine „solidarische finanzierte Vollversicherung mit festen, kalkulierbarem Eigenanteil“ sein. Die Delegierten machten auch auf die schwierigen Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte aufmerksam und warnten vor zunehmender „Berufsflucht“.

Kirchenpräsident Volker Jung meldete sich auch zu Wort über die aktuelle Debatte zur Sterbehilfe. So müsse sich die bevorstehende gesetzliche Neuordnung des assistierten Suizids „daran orientieren, dass in erster Linie Menschen, auch in schwierigen Situationen zum Leben ermutigt werden“ Seiner Ansicht nach solle sich die Ausgestaltung der Regelungen „am großen Ja Gottes zum Leben“ orientieren. Dies bedeute, „weder den Suizid moralisch zu verurteilen, noch Menschen paternalistisch zu bevormunden“. Es bedeute auch nicht, aus dem Blick zu verlieren, „dass es tragische Einzelfälle geben kann, in denen Menschen durch einen assistierten Suizid beim Sterben geholfen werden kann“.

Wie fast immer bei diesen Tagungen standen auch verschiedene Nachwahlen auf der Tagesordnung. Die stellvertretene Präses, Frau Susanne Bei der Wieden, Pfarrerin  aus Frankfurt wurde im März zur Kirchenpräsidentin der Evangelisch-reformierten Kirche mit Sitz in Leer gewählt und so stand die Nachwahl für ihren Sitz im Präsidium an. Der Rüsselsheimer Pfarrer Wolfgang Prawitz ist zum neuen stellvertretenen Präses der EKHN-Kirchensynode gewählt worden. Der 63 Jahre alte evangelische Theologe ist seit 2010 Mitglied im Kirchensynodalvorstand, zudem auch seit 2009 Mitglied in der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

Mein persönliches Fazit über die Tagung in digitaler Form: die Abstimmungen gehen mit dem Abstimmungsprogramm sehr viel schneller, sonst kommen die Stimmzettel in die Wahlurne und es dauert eine ganze Weile bis alles ausgezählt ist, aber die ganz persönlichen Begegnungen, (seit 2010 gehöre ich als gewähltes Mitglied der Synode an) und  Gespräche, der Austausch auf dem Flur bei einer Tasse Kaffee, beim Mittag- oder Abendessen fehlen, das höre ich auch von vielen Mitsynodalen. Bemerkenswert ist auf jeden Fall wie die lieben Menschen im „Hintergrund“ alles organisiert haben, immer erreichbar waren, wenn wirklich mal irgendetwas nicht geklappt hat.

Unsere nächste Tagung findet am 11.09 2021 (eintägig) in Worms statt, in welcher Form kann bis jetzt noch nicht gesagt werden, wir warten ab! Im November ist dann vom 24.11 – 27.11 2021 die Herbstsynode geplant.

Bleiben Sie gesund und behütet mit herzlichen Grüßen

Ulrike Bochmann Lilge

 


 

Einladender Campus in der Stadt
Synoden der Evangelischen Dekanate Darmstadt-Land und Darmstadt-Stadt beschließen
Gestaltung und Finanzierung ihres gemeinsamen Sitzes

Zum 1. Januar 2022 fusionieren die Evangelischen Dekanate Darmstadt-Land und Darmstadt-Stadt.
Bereits vor anderthalb Jahren hatten die beiden Synoden beschlossen, dass als neuer gemeinsamer Standort das Verwaltungsgebäude des Dekanats Darmstadt-Stadt in der Kiesstraße 14 dienen soll.

Jetzt haben die Synoden, die am Freitag gemeinsam per Video-Konferenz getagt haben, auch der konkreten Gestaltung und Finanzierung des Standorts mit großer Mehrheit zugestimmt. Die Online-Synode begann mit dem Gedenken der Menschen, die genau vor einem Jahr in Hanau aus rechtsextremen Motiven ermordet wurden. Dekanin Ulrike Schmidt-Hesse nannte die Namen der Getöteten und sprach Gebete zum Gedenken und für den Frieden. „Es kommt auf jede, auf jeden von uns an“, so die Dekanin, „nach christlichem Verständnis ist Rassismus Sünde und seine Rechtfertigung Gotteslästerung.“ Sie appellierte, „Rassismus und Rechtsextremismus zu widerstehen und Diskriminierung, Hass und Gewalt entgegenzutreten – jeden Tag.“ Der katholische Dekan Dr. Christoph Klock war eingeladen, eine Andacht vor den fast 100 zugeschalteten Synodalen und weiteren Gästen zu halten, darin widmete er sich der beginnenden Passionszeit. Die Vorsitzende der Dekanatssynode Darmstadt-Land, Ulrike Hoppe, leitete die Tagung. Die gemeinsamen Synoden werden im Wechsel der Vorsitzenden Ulrike Hoppe und Carin Strobel, Vorsitzende der Dekanatssynode Darmstadt-Stadt, geleitet.

Im Mittelpunkt der gemeinsamen Synode stand der gemeinsame Dekanatssitz, für den ein dekanatseigenes Gebäude in der Kiesstraße 14 in Darmstadt saniert werden soll. Dass die Planungen sich durch Corona verzögerten, erläuterte Dekan Arno Allmann vom Dekanat Darmstadt-Land, der die Projektgruppe zum Dekanatssitz gemeinsam mit Dr. Raimund Wirth, stellvertretender Dekan von Darmstadt-Stadt, leitete. Planung und Finanzierung hätten durch Vorgaben der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) noch einmal überarbeitet werden müssen. Tanja Akkermann und Frank Menzel vom beauftragten Architekturbüro Menzel/Kossowski in Darmstadt stellten die Planungen bei der Online-Tagung vor. Das dreistöckige Gebäude, das sich auf einem gemeinsamen Grundstück mit dem evangelischen Jugendhaus *huette befindet, soll im Bestand saniert und teilweise umgebaut werden. Es wird barrierefrei erschlossen durch einen Aufzug, auch neue Elektrik und Brandschutzmaßnahmen sind notwendig. Ein neues Raumprogramm soll den Anforderungen des neuen Dekanats entsprechen. „Das Gebäude ist in die Jahre gekommen“, sagt Frank Menzel, „es hätte ohnehin jetzt saniert werden müssen.“ Der Vorplatz mit Parkplätzen soll zum Campus mit viel Grün und E-Ladestationen für Auto und Fahrrad umgestaltet werden. Der Sitz der evangelischen Kirche in Darmstadt und der Region soll an der Straßenseite deutlich und einladend erkennbar gemacht werden. In den gemeinsamen Standort werden Dekanatsleitung und Verwaltung einziehen. Es wird auch Büros für die Arbeitsbereiche Ökumene, Öffentlichkeitsarbeit, Bildung, gesellschaftliche Verantwortung, Integration, Notfallseelsorge, Kirchenmusik, Kinder- und Jugendarbeit und Altenarbeit sowie für die Geschäftsstelle Kindertagesstätten und die Bauabteilung geben. Auch die Mitarbeitendenvertretung wird hier ihren Standort haben. Noch in diesem Jahr soll Baubeginn sein.

Das regionale Diakonische Werk, das bislang im Haus eingemietet war, zieht mit seinen Beratungsangeboten ins Offene Haus in der Rheinstraße 31. Dieses bleibt im Eigentum des Dekanats, dient auch weiterhin als Ort für Veranstaltungen und Begegnungen und kann weiterhin von Dritten für Tagungen angemietet werden. Auch Ökumenischer Kirchenladen und Café verbleiben im Haus. Der Sitz des Dekanats Darmstadt-Land in Ober-Ramstadt ist im Eigentum der dortigen evangelischen Kirchengemeinde und soll dann anderweitig vermietet werden. Die Kosten für die Herstellung des gemeinsamen Dekanatssitzes betragen insgesamt rund zwei Millionen Euro. Wie Pfarrer Dr. Raimund Wirth erläuterte, stammen davon rund eine Million Euro aus den Rücklagen der Dekanate, 800000 Euro gibt die EKHN als Zuschuss und es wird darüber hinaus ein kirchliches Darlehen aufgenommen. „Diese Finanzierung steht auf absolut stabilen Füßen“, kommentierte Matthias Kessler, Leiter der Regionalverwaltung Starkenburg-Ost, „mit dieser Investition wird ein neuer Vermögenswert geschaffen.“

In acht anschließenden so genannten „Breakout-Rooms“ konnten die Synodalen Fragen zu Umbau und Finanzierung an die Architekten und Mitglieder der Projektgruppe Dekanatssitz stellen, die im Plenum noch weiterdiskutiert wurden, bevor die Synoden mit großer Mehrheit den Beschluss zur Umsetzung der Pläne fassten. Rückfragen hatte es unter anderem zur Anzahl der vorgesehenen Parkplätze und zu Möglichkeiten energetischer Verbesserungen gegeben. Die Projektgruppe berichtete von Überlegungen, die es zur perspektivischen Nutzung von Erdwärme auf dem Gesamtgelände gibt. Die bestehende Photovoltaikanlage, die aus Brandschutzgründen versetzt werden müsse, solle dazu beitragen, den Strom für das gesamte Haus und gegebenenfalls für EFahrzeuge und E-Fahrräder möglichst selbst – also klimaneutral – zu erzeugen.

Zudem haben die Synoden eine Arbeitsgruppe zum Thema Regionen eingesetzt: Denn zukünftig werden innerhalb der Dekanate die Regionen eine wesentliche Rolle spielen. So sollen im Rahmen des Zukunftsprozesses ‚ekhn 2030‘ auf dieser Ebene Ressourcen konzentriert, Schwerpunkte gesetzt, Aufgaben geteilt und Gestaltungspielräume, auch für Innovationen, eröffnet werden. Vorgeschlagen sind unter anderem multiprofessionelle Teams von Pfarrer/innen, Gemeindepädagog/innen und Kirchenmusiker/innen, welche die Arbeit in einer Region gemeinsam gestalten. In beiden Dekanaten gibt es bereits Regionen und Nachbarschaftsbereiche, in denen Gemeinden kooperieren. Diese Zusammenarbeit soll vertieft und die Aufgaben erweitert werden, auch könnten neue, größere Regionen gebildet werden. „Viele Kirchenvorstände beginnen bereits mit Beratungen über engere Kooperationen und fragen nach Information und Koordination. Da insbesondere die künftige gemeindepädagogische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen stark auf regionale Kooperation setzen wird, sollten diese Prozesse miteinander verbunden werden“, betonte Dekanin Ulrike Schmidt-Hesse. Das neue Dekanat muss 2022 mit den Beratungen zu einem Gebäudeentwicklungskonzept beginnen. Auch hier sind die Regionen eine wesentliche Bezugsgröße. Das gilt auch für die Beratungen zur nächsten Pfarrstellenbemessung für den Zeitraum von 2025 bis 2030, die im Jahr 2023 beginnen. Für das neue Dekanat wird es jeweils einen hauptamtlichen Dekan oder eine hauptamtliche Dekanin sowie eine hauptamtliche Stellvertretung geben. Dekanin Ulrike Schmidt-Hesse erläuterte das Wahlverfahren, die Bewerbungsfrist für beide Ämter laufe noch bis 29. März. Nach Anhörung der Dekanatssynodalvorstände und Pfarrerinnen und Pfarrer werde die Kirchenleitung der EKHN im November einen Wahlvorschlag unterbreiten. Die konstituierende Synode des neuen Dekanats werde am 28. Januar 2022 wählen, die Kirchenleitung im Februar ernennen.Ulrike Hoppe informierte außerdem über den Stand der Konzeption für den Gemeindepädagogischen Dienst im fusionierten Dekanat. Hier würden die Ergebnisse am 29. März in einer Videokonferenz präsentiert und zur Diskussion gestellt. Bei der nächsten gemeinsamen Synode am 7. Mai soll dieKonzeption beschlossen werden.

Für den 25. Juni ist eine weitere gemeinsame Synode geplant. Ein Schwerpunkt soll hier der Name für das neue Dekanat sein. Die gemeinsame Synode endete mit einem Abendsegen.

(Veröffentlichung der Dekanate Darmstadt-Land und Darmstadt-Stadt)