Unser Pfarrer

         

 

Liebe Menschen in Eschollbrücken,

Anfang Juli ist es so weit: Ich werde die Pfarrstelle der Evangelischen Gemeinde in Eschollbrücken und Eich übernehmen. Damit Sie schon einen Eindruck haben, wer da zu Ihnen kommt, stelle ich mich an dieser Stelle vor. Mein Name ist Simon Wiegand und ich bin 30 Jahre alt. Geboren bin ich in Frankfurt, doch meine komplette Schulzeit habe ich in Darmstadt verbracht. Als Pfarrerskind mit zwei jüngeren Geschwistern aufgewachsen, war für mich der Weg in die gemeindliche Jugendarbeit nicht weit und der Jugendraum im Gemeindehaus bald mein zweites Zu Hause. Nach dem Abitur absolvierte ich einen Freiwilligendienst („Diakonisches Jahr im Ausland“) in einer Kirchengemeinde in Göteborg, in Schweden. Dort traf ich, angeregt vom vielfältigen Gemeindeleben, den Beschluss, Theologie zu studieren und Pfarrer zu werden. Fürs Studium ging ich zunächst an die kirchliche Hochschule der Evangelischen Landeskirche in Bayern in Neuendettelsau, in der Nähe von Nürnberg. Nachdem ich dort Hebräisch und die Grundlagen des Theologiestudiums erlernt hatte, sollte es dann aber eine „richtige“ Universitätsstadt sein und ich wechselte nach Münster in Westfalen. Neben dem eigentlichen Studium war in dieser Zeit besonders das Leben im Wohnheim der Evangelischen Studierendengemeinde prägend für mich. In diesem Wohnheim leben Studierende aus verschiedenen Ländern und mit verschiedenen Konfessionen und Religionen. Diese Erfahrung stärkte meine Überzeugung, dass eine offene Zusammenarbeit zwischen Angehörigen verschiedener Religionsgemeinschaften zum einen persönlich sehr bereichernd, zum anderen gerade in unserer heutigen gesellschaftlichen Situation essentiell ist. Mit großer Freude habe ich ähnliche Gedanken im vor nicht allzu langer Zeit beschlossenen Leitbild des Kirchenvorstandes hier in Eschollbrücken wiedergefunden. Nach Abschluss des Studiums ging es für mich wieder etwas näher an meine ursprüngliche Heimat. Das Vikariat, den praktischen Teil der Ausbildung zum Pfarrer, absolvierte ich in der Versöhnungskirchengemeinde in Ingelheim in Rheinhessen. Immer wieder von Unterrichtsblöcken im Theologischen Seminar in Herborn unterbrochen, übte ich mich dort unter der Aufsicht meines Lehrpfarrers, Peter Fleckenstein, in den verschiedenen Bereichen des Pfarrberufs. Gottesdienstliche Erfahrungen hatte ich zwar schon in der Studierendengemeinde in Münster gesammelt, doch war hier natürlich alles etwas intensiver und es kamen auch Taufen, Konfirmationen, Trauungen und Beerdigungen dazu. Außerdem war ich in den verschiedenen anderen Bereichen einer Kirchengemeinde, wie zum Beispiel Kirchenvorstand, Kindergarten, Besuche bei Einzelpersonen zu verschiedenen Anlässen, Konfirmandenarbeit und verschiedenen Kreisen und Gruppen, beteiligt. Auch Evangelischer Religionsunterricht zunächst an einer Grundschule, später an einer Gesamtschule, gehörte zu meinen Aufgaben. Mit dem zweiten kirchlichen Examen endeten die zwei Jahre in Rheinhessen. In der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau gehört zur Ausbildung anschließend allerdings noch ein sogenanntes „Spezialpraktikum“. Diese absolviere ich zurzeit noch in Glasgow in Schottland. Hier arbeite ich bei zwei Organisationen, „Interfaith Scotland“ und „Interfaith Glasgow“, die sich auf der nationalen bzw. lokalen Ebene um interreligiöse Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Religionsgemeinschaften des Landes kümmern. Neben der Unterstützung der Organisationen bei ihren Großprojekten, einer nationalen interreligiösen Woche im November und der nationalen Gedenkveranstaltung für die Opfer des Holocaust, sowie bei anderen Aufgaben im Büro, liegt mein Schwerpunkt zum einen darauf, Projekte interreligiöser Zusammenarbeit im ganzen Land zu besuchen und kennen zu lernen und zum anderen auf der Mitarbeit in Arbeitsgruppen, die sich mit der Frage beschäftigen, wie junge Menschen für interreligiöse Arbeit gewonnen werden können.

Mit dem Umzug nach Eschollbrücken endet für mich nun eine Zeit, in der ich mich meistens eher fern von Südhessen aufgehalten habe und so freue ich mich (mit den vielen wichtigen Erfahrungen, die ich in der Zwischenzeit gemacht habe), zu meinen Wurzeln zurück zu kehren. Gleichzeitig ist es aber natürlich auch ein Neubeginn mit einer wichtigen neuen Aufgabe, auf die ich mich sehr freue. Nach den bereits sehr positiven Begegnungen mit Mitgliedern des Kirchenvorstandes freue ich mich darauf, auch Sie alle anderen in Eschollbrücken zu treffen und kennen zu lernen. Für meine Zeit in Eschollbrücken ist mir wichtig, sowohl mit den Gemeindemitgliedern, als auch mit den anderen Gruppen und Vereinen vor Ort, sowie natürlich auch den Nachbargemeinden, gute Kontakte zu pflegen. Ich freue mich auf das große Abenteuer, Sie alle kennen zu lernen, mit Ihnen zusammen im Ort zu leben und gemeinsam das Leben in der Kirchengemeinde und den beiden Ortsteilen zu gestalten.

Mit herzlichen Grüßen

Simon Wiegand

   

 

Seit November 2018 ist Pfr. Wiegand gewählter Vorsitzender des Kirchenvorstands.